Symphysodon tarzoo LYONS, 1959 – Grüner Diskus

  • Taxonomie
    Familie: Cichlidae | Unterfamilie: Cichlinae | Tribus: Therapsini | Gattung: Symphysodon
  • Synonyme
    Symphysodon discus var. aequifasciatus Pellegrin, 1904 
    Symphysodon aequifasciatus aequifasciatus Schultz, 1960
    Symphysodon aequifasciatus haraldi Schultz, 1960
    Symphysodon aequifasciatus
  • Verbreitung
    Peru, Brasilien, westlich des Purus-Bogens. Zwischen Manaus und dem Rio Bauana. Es wurden jedoch auch Exemplare im Rio Madeira gefangen.
  • Lebensraum:
    Der grüne Diskus, Symphysodon tarzoo lebt in den Ufer- und Überschwemmungsbereichen ihrer Wohngewässer, nicht aber an Flachufern, sondern nur an Steilufern mit einer Wassertiefe von mindestens 1,5 m. Ihre Habitate sind in der Regel vegetationsfrei aber durch Wurzeln, Totholz, dicke Falllaubschichten oder überschwemmte Landvegetation strukturiert und dadurch deckungsreich. Gelegentlich bedecken Schwimmpflanzen und schwimmende Inseln ihre Biotope. Diskusbuntbarsche werden aber auch über zerklüfteten und scharfkantigen Lavariffen und in felsigen, nischenreichen Uferzonen angetroffen.
  • Beschreibung
    Größe  max. 15-17 cm (Männchen), Weibchen etwas kleiner.
    Der Körperbau ist äußerst hochrückig (diskusartig, fast kreisrund) und seitlich stark abgeflacht. Die Grundfärbung des Körpers variiert von bräunlich über grünlich-braun bis bläulich, auf den Körperflanken und auf der Afterflosse zeigt sich ein Muster aus roten Punkten. Mehr oder weniger stark ausgeprägtes wellenförmiges Linienmuster auf den Körperflanken und dem Kopf.
    Auf den Körperflanken verlaufen 7-9 vertikale dunkle Streifen vom Kopf bis zur Schwanzflossenbasis. Diese sind bei manchen Exemplaren nur äußerst schwach bis gar nicht sichtbar. Die Rückenflosse ist oftmals rot eingesäumt.
    Die Geschlechter lassen sich nur an der Genitalpapille während der Laichzeit unterscheiden, optische Unterschiede existieren keine.
  • Ernährung:
    Nach den Ergebnissen von Magenuntersuchungen ernährt sich der grüne Diskus, Symphysodon tarzoo sie sich überwiegend von Zooplankton, Insektenlarven, kleinen Borstenwürmern, kleinen Süßwassergarnelen und pflanzlichem Detritus. Einen besonders großen Anteil an der Ernährung haben Eintagsfliegen-, Zuckmücken- und Büschelmückenlarven. Nahrung, die sich im Bodengrund oder unter pflanzlichem Substrat verbirgt, wird durch anpusten mit einem gezielten Wasserstrahl freigelegt und dann aufgenommen.
  • Fortpflanzung:
    Diskusbuntbarsche erreichen die Geschlechtsreife in einem Alter zwischen sieben und zwölf Monaten. Sie leben in mehr oder weniger großen sozialen Verbänden, in Schulen, aus denen heraus sich Paare bilden. Die während der Balz deutlich hervortretende Legeröhre des Weibchens, ist das einzige sichere Merkmal zur Unterscheidung der Geschlechter. Nach Geisler steht die Fertilität in Korrespondenz mit der Verfügbarkeit bestimmter Nährtiere (Süßwassergarnelen der Gattung Macrobrachium), die den Hormonhaushalt der Fische beeinflussen.
    Nach einer nur wenige Stunden dauernden, ritualisierten Vorbalz, wird ein Laichsubstrat ausgewählt, bei dem es sich immer um eine belebte (Pflanzenteil) oder unbelebte (Holz, Stein) senkrechte Fläche handelt. Der ausgewählte Laichort wird von dem Paar mit den Mäulern gründlich gereinigt. Aus den bis zu 300 Eiern (durchschnittliche Länge 1,4 mm, Breite 1,17 mm), die mit kurzen Haftfortsätzen an dem Substrat kleben, schlüpfen die Larven nach etwa zweieinhalb Tagen. Beide Eltern unterstützen den Schlupfvorgang, indem sie die Larven aus den Eihüllen herauskauen. Anschließend werden die Larven, die ebenfalls über Haftorgane verfügen, wiederum an einer senkrechten Fläche traubenförmig befestigt. Bis sie freischwimmen, werden sie von beiden Eltern mehrmals umgebettet. Etwa vier Tage nach dem Schlupf schwimmen die Larven frei und beginnen sofort mit der Nahrungsaufnahme.
    Nach Blüm & Fiedler wird das Brutpflegeverhalten bis zum eigentlichen Laichvorgang durch die männlichen Sexualhormone Testosteron und Androsteron gesteuert, die Laich- und Larvenbetreuung jedoch von dem Hypophysenhormon Prolaktin.[3] Das Prolaktin wirkt sich nicht nur ethologisch auf das Brutpflege- und Sozialverhalten der Diskusbuntbarsche aus, es führt auch zu einer leichten Schwellung der Oberhaut und regt die Vermehrung der Schleimzellen an. Das ist wichtig, weil sich die Larven von der Oberhaut ihrer Eltern ernähren: sie beißen winzige Partikel aus der elterlichen Epidermis, in der sich während der Brutpflegezeit Kohlenhydrate und Fette anreichern. Diese Art der Larvenernährung wurde zwar auch bei anderen Buntbarschen beobachtet (Pterophyllum altum, Australoheros facetum und Astronotus sp.), ist aber nur bei den Diskusbuntbarschen so einzigartig ausgeprägt. Bei der Jungfischernährung lösen sich die Eltern regelmäßig ab, wobei sie ihren Nachwuchs durch Bewegungs- und Farbreize zum Wechsel anregen. Ab etwa dem vierten Lebenstag beginnen die Diskuslarven mit der Aufnahme anderer Nahrung, sind aber wenigstens vier Wochen auf die Elternhaut als Grundnahrung angewiesen.
  • Aquaristik:
    Er sollte vorzugsweise in einer Gruppe von mindestens 8 Tieren gehalten werden. Das Becken sollte einen fein sandigen Untergrund (diese Art „bläst“ bei der Futtersuche in den Boden und wirbelt dabei diesen auf) mit Wurzelverstecken und kann eine Bepflanzung mit vielen großblättrigen Pflanzen enthaltenAußerdem sollte auch reichlich freier Schwimmraum vorhanden sein. Das Wasser muss weich und sauer sein. 
    Haltung von Nachzuchten bei 28-30 °C, pH-Wert: ca. 5,0-7, Gesamthärte: bis 2-10°dGH, KH < 5°
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